Myopie

Kurzsichtigkeit (Myopie) nimmt seit Jahren epidemieartig zu, insbesondere bei Kindern. Zunehmende Tätigkeiten in der Nähe, oft bei zu geringem Arbeitsabstand, ständige Kommunikation über Smartphones, häufiges Spielen und später Arbeiten am PC, mangelnde Bewegung sowie fehlendes Spielen außerhalb von geschlossenen Räumen führen zum weiteren Fortschreiten der Myopie.

Beispiele

  • Über 40% der Schüler chinesischer Primärschulen benötigen eine Brille*.
    Die europäische Gutenberg Health Study 2014 fand unter 5000 Personen zwischen 35 bis 44 Jahren 46,5% kurzsichtige, 5,6% waren hochgradig kurzsichtig mit -5,0 Dioptrien oder mehr*.
     
  • Hochgradige Myopie birgt ein erhöhtes Risiko, zu erblinden. Eine Untersuchung in Shanghai 2007 bis 2009 ergab: 26% der Bevölkerung verloren ihr Augenlicht wegen myopischer Makula Degeneration*.
     
  • Neueste Theorie: Menschen mit Myopie haben oft periphere Hyperopie (Weitsichtigkeit), welche das Augenlängenwachstum und damit die progressiv sich verstärkende Kurzsichtigkeit stimuliert**.

*Brian Holden, Vortrag 10. Freiburger Kontaktlinsenforum 2015
** Fabian Conrad,  Vortrag 10. Freiburger Kontaktlinsenforum 2015

Immer mehr Kurzsichtige durch Smartphone-Nutzung

In Asien hat sich der Anteil der Kurzsichtigen in den großen Metropolen innerhalb weniger Jahre von 20 auf 80 Prozent erhöht.

Auch in Deutschland nimmt der Anteil der Kurzsichtigen in der Altersgruppe der 20- bis 29-jährigen zu.

Pharmazeutische Zeitung

Was tun gegen Myopie?

  • Vermehrte Outdoor-Aktivitäten
  • Spezielle Brillengläser
  • Orthokeratologie mit Contactlinsen
  • Konzentrisch wirksame Multifokallinsen
  • Myopieprävention durch Visualtraining
  • Wirksame Pharmazeutika
Outdoor-Aktivität

Orthokeratologie (OK, Ortho-K): Sehen ohne Sehhilfe

Sehen ohne Sehhilfe – der Traum vieler Menschen mit Kurzsichtigkeit (Myopie). Das geht auch ohne Operation, und ist bei Anwendung fachlich korrekt angepasster Orthokeratologie-Linsen auch immer reversibel.

OK-Contactlinsen werden 8 Stunden nachts beim Schlafen getragen. Da die Gewebezellen der Hornhaut sehr elastisch sind, reagieren sie durch die auf sie wirkenden Sog- und Druckkräfte des Tränenfilms unter der OK-Linse. Was dabei genau passiert ist noch umstritten – Theorien besagen, dass sich Zellen seitlich verschieben, andere sagen, dass sich Flüssigkeiten in den Zellen verschieben. 

In jedem Fall  verflacht die Hornhaut zentral, und das ist messbar, was zu einer Verkürzung des Augapfels und damit einer Reduktion der Myopie führt.

Das funktioniert bis zu 16 Stunden bei schwachen bis mittleren Myopien bis ca. -4,0 Dioptrien und leichten Hornhautverkrümmungen. Auch kann die Orthokeratologie die Progression des Längenwachstums und damit das Fortschreiten der Kurzsichtigkeit bremsen.