Keratokonus

Keratokonus ist eine Augenerkrankung, bei der sich die Hornhaut (Cornea) progressiv zuspitzt. Die spitzeste Stelle (Ektasie) ist auch die dünnste und empfindlichste Stelle der Hornhaut. Bei der Anpassung mit festen Contactlinsen muss die Ektasie deshalb stets überbrückt werden, damit sie keiner zu hohen Druckbelastung ausgesetzt wird. Die Last der Contactlinse wird dazu durch präzise Anpassung auf die Peripherie der Cornea verteilt.

Auswirkungen

  • Deutliche Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) und sehr schlechte Sehleistung
  • ist mit einer Brille nicht korrigierbar
  • tritt in Westeuropa bei einer von 1.000 Personen auf, in Deutschland bei einer von 2.000 Personen
  • hat eine erbliche Komponente – wird oft ans eigene Kind weitergegeben
  • tritt meistens im Alter vom 20. bis 30. Lebensjahr auf
  • verändert sich bei jungen Menschen meist fortschreitend, im Extremfall muss die sehr stark verdünnte Hornhaut durch ein Transplantat ersetzt werden

Veränderung der Hornhaut bei Keratokonus

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Endlich schärfer sehen

Bei der Anpassung der individuellen Keratokonuslinse steigt die Sehschärfe – im Gegensatz zur Brille – deutlich, oft um mehr als 20%!

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Contactlinsen bei Keratokonus

  • Meist hartflexibel, hochgasduchlässig
  • Oft rück- oder vorderprismatisch- bzw. bitorisch
  • Oft mit einer nach unten oder unten seitlich dezentrierten Optikzone
  • Immer mit individuell angepasster Rückfläche von der Peripherie bis zum Zentrum hin
  • Unterschiedliche Gesamtdurchmesser von 8,5 mm bis hin zu 24 mm möglich (Minilinse bis Sklerallinse)
  • In seltenen Fällen sind auch anpassbare Weichlinsen möglich, die aber immer eine schlechtere Sehleistung bieten als feste Contactlinsen
  • Individuell ausgewählte Materialien für eine maximal hohe Sauerstoffdurchlässigkeit und optimale Benetzung (Haftung und Verteilung der Tränenflüssigkeit auf der Linse)

Topographie

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Die Topographie zeigt einen Keratokonus Grad 2 mit nach unten dezentrierter Ektasie, im Video ist die darauf angepasste Contactlinse mit dezentrierter Optikzone zu sehen.

Schnitt

 

Keratokonushornhaut im „optischen Schnitt“ mit in der Höhe des unteren Pupillenrandes zu sehender dünnster Hornhautstelle.

Ablauf der Anpassung

Phase 1

  • Inspektion und Vermessung der vorderen Augenabschnitte
  • Untersuchung des Tränenfilms und seiner Beschaffenheit
  • Ausführliche Beratung aller in Frage kommenden Contactlinsentypen
  • Verbindliche Preisinformation

 

Phase 2

  • Definition der Linsengeometrie
  • Auftrag bei einem geeigneten Hersteller unserer Wahl
  • Erster Anpasstermin mit Überprüfung der Sitz- und Korrektureigenschaften
  • Einweisung in die Handhabung der Contactlinsen
  • Linsenübergabe zur ersten Trageperiode

 

Phase 3

  • Kontrolle nach der ersten Trageperiode
  • Überprüft werden Sehleistung, Sehqualität, Stabilität und Linsenverträglichkeit
  • Gegebenenfalls Ermittlung neuer Daten zur weiteren Optimierung